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Helau!

Général

Mit einem Narrenruf begrüßen sich die aktiven Narren und Jecken bei Karneval, Fastnacht und Fasching. Dieser Schlachtruf kann je nach jeweiliger Karnevalshochburg unterschiedlich sein.
  • Helau
Der Ruf „Helau“ ist in vielen Karnevalshochburgen verbreitet und somit der bekannteste unter den Narrenrufen. Irrtümlicherweise wird er oft mit „ll“ geschrieben, diese Schreibweise ist jedoch nicht richtig. Über seine Entstehung gibt es zahlreiche Erklärungsversuche: Am Niederrhein soll das „Helau“ einmal ein Hirtenruf gewesen sein. Eine weitere Erklärung leitet „Helau“ von Halleluja ab. Manche behaupten auch, dass „Helau“ auch „Hölle auf“ oder „hel auf“ (hel= germanische Göttin der Unterwelt, hieraus hat sich Hölle entwickelt) bedeuten kann; denn Karneval wird ja schon seit sehr langer Zeit gefeiert, um den Winter und die bösen Geister, die bei der Öffnung der Hölle auf die Erde kamen, zu vertreiben. Man machte sich mit Kostümen über sie lustig (siehe alemanische Fasnacht).
Nicht ganz ernst zu nehmen sind wiederum folgende Erklärungen: Manche kalauern den Ruf mit „Hellblau“ oder „Halbblau“ im Gegensatz zu Ganzblau (Blutalkoholkonzentration). Ebenso zweifelhaft dürfte eine Herleitung vom alten Ruf „Hol-über“ sein, mit dem „Spätheimkehrer“ nach dem Besuch – nicht nur – karnevalistischer Veranstaltungen die Fähre von der anderen Rheinseite heranholten

  • Alaaf (Köln, Bonn, Leverkusen)

Kölle Alaaf ist zum ersten Mal in einer Bittschrift des Fürsten Metternich an den Kölner Kurfürsten für das Jahr 1635 schriftlich belegt. Ursprünglich ein Trinkspruch, ist „Kölle Alaaf“ seit der Erneuerung des Karnevals 1823 der Ruf der kölschen Jecken. Das Wort Alaaf stammt vom altkölnischen Begriff „all af“ („alles ab“ / „alles weg“) ab. „Kölle Alaaf“ kann also soviel bedeuten wie „(Außer) Köln alles weg!“ bzw. „Köln vor allem (anderen)!“. Es kann aber auch darauf zurückzuführen sein, dass vor der Fastenzeit in der Fastnacht gute Speis und Trank aufgebraucht werden mussten („all af“ = „alles weg“). Auch in der weiteren linksrheinischen Umgebung von Köln heißt es „Alaaf“, so z. B. „OcheRhein-Sieg-Kreis, im rechtsrheinischen Bonn sowie im Rheinisch-Bergischen, in Leverkusen und im Oberbergischen rufen die Jecken jedoch auch alle Alaaf. In den „Alaaf“-Gebieten gilt es als unschicklich, „Helau“ zu benutzen.

Abweichend von dieser Erklärung gibt Petri, Friedrich Erdmannn im Handbuch der Fremdwörter, Gera 189619 (18061) auf Seite 35 an: „alaf, alaaf (vom keltischen alaf: Glück), glückauf, hoch, es lebe!, ein niederrheinischer Glückwunsch beim Gesundheitstrinken.“

Als weitere Erklärung bietet sich an, dass es immer schon Sprachverbindungen entlang der Rheinschiffartsroute nach Süden gab. Im alemannischen und heute weit verbreitet im österreichischen Sprachgebrauch heißt "eine Maske" "a Laaf'n". Da die Sprachähnlichkeiten aufgrund der Handelsbeziehungen entlang des Rheins in frühen Zeiten zwischen Vorarlberg und den Rheinsiedlungsgebieten ähnlicher war als die mit dem direkten Hinterland, kann dieser Ausdruck also auch aus dem Alemannischen mitgebracht worden sein, als Schlachtruf also für die Zeit der Masken: "Kölle Alaaf" = "Ganz Köln eine Maske".

Eine andere Quelle will wissen, dass der Ruf auf die Zeit des Stapelrechts, das in Köln am 7. Mai 1259 eingeführt wurde, zurückgeht. Danach mussten alle Frachtschiffe, die den Rhein in Höhe Kölns passierten, ihre Waren den Kölner Bürgern sozusagen im Rahmen eines Vorkaufsrechts 3 Tage zum Kauf anbieten. Dem wurde durch die eingesetzten Schapenniere (Polizeiboote) mit den Worten "all aaflade" ("alles abladen") Nachdruck verliehen. Meistens haben die Kapitäne dem Folge geleistet. Bis am 7. Februar 1285 ein gewisser Gunter von Esem aus Mainz mit seinem Schiff "Semper Felicitas" ("ewiges Glück") - neben Waren sollen auch 12 Ritter an Bord gewesen sein - die Stadt passieren wollte. In mittelhochdeutsch ruft er den Polizisten zu: "Ich vil he lau fahrn", was soviel heißt wie: "Ich will hier ohne weiteres durchfahren." Als er der mehrmaligen Aufforderung, alles abzuladen, nicht nachkam, kommt es zur Gewaltanwendung von beiden Seiten. Verletzt gelingt es ihm jedoch, sein Schiff nebst Waren in Richtung Norden bis zu einem kleinen Dorf an der Düssel zu bringen. Dort entstand - 3 Jahre später nach der Schlacht bei Worringen - ....Düsseldorf. Kölner sollen angeblich bei der Erstürmung des Bayenturms 1262 erstmals diesen Ausruf benutzt haben.



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  • tigawood le

    ja,ja…. gut

  • loicm le

    ah ouais ouais .. bah ouais c’est sûr … sehr gut … je n’y avais pas pensé en fait …


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